Verpackungsdesign Energydrink

Verpackungsdesign – Markenartikel richtig einhüllen

Die Optik ist mitentscheidend für den Erfolg eines Produktes. Haptische Verpackungen könnten die Zukunft mitbestimmen.

Von Tobias Lemser

Verpackungen haben es nicht ganz leicht: Sie sollen nicht viel wiegen, aber dennoch formstabil sein, einfach zu öffnen, aber gleichzeitig auch wiederverschließbar sein und dazu noch eine äußerst gute Figur abgeben. Denn ohne optisch ansprechendes Verpackungsdesign wird häufig selbst das beste Produkt zum Ladenhüter. Erschwerend hinzu kommt: Nicht einmal zwei Sekunden widmen Kunden einem Produkt am Point of Sale im Supermarkt. Vorteile, sich im Regal von der Konkurrenz abzusetzen, haben da vor allem etablierte Produkte, die bereits mithilfe des Designs ihr Markenimage gesteigert und sich in den Köpfen der Kunden eingebrannt haben.

Emotionen am Supermarktregal

Beispielhaft für besondere Designs sind Verpackungen im Feinkostbereich. Hersteller in dieser Sparte setzen den Fokus insbesondere auf exklusive Materialien. Hierzu zählen metallisierende Folien und hochwertige Bedruckungen wie Hochglanz- und Prägedruck.

Insbesondere im Premiumsegment sollen die Sinne angesprochen werden, wofür Prägungen durch das Fühlen mit den Fingern geradezu prädestiniert sind. Die emotionale Aussage sowie die Haptik der Verpackung sind dabei ausschlaggebende Verkaufsargumente. „Eine Prägung ersetzt zwar niemals eine Designidee, dennoch kann sie den Gesamteindruck einer Verpackung und somit letztendlich den Kauf mitentscheiden“, sagt der Hamburger Verpackungsdesigner Klaus P. Hajok.

Funktional und umweltfreundlich

Anders die Denkweise im Bereich Convenience: Hier sollen die Verpackungen zwar auch optisch überzeugen, jedoch in erster Linie – mithilfe sogenannter Funktionspolymere – Lebensmittel und pharmazeutische Produkte länger haltbar machen und zudem anwenderfreundlich sein. Dabei werden Funktionalität, eine leichte Handhabe und durchdachte Größen besonders großgeschrieben. Angesichts des allgemeinen Trends zu Convenience-Produkten ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Kunststoffverpackungen weiter wachsen wird.

Kaum ein anderes Verpackungsmaterial ist so vielseitig einsetzbar und kann Produkte so transparent darstellen wie Kunststoff. Gerade vor dem Hintergrund zunehmenden Umweltbewusstseins der Verbraucher, sollte vorab jedoch die Wiederverwertbarkeit des Materials im Fokus stehen. Richtig eingesetzt wird so der Abfall der einen Verpackung zum Grundstoff der nächsten – ein weiteres Verkaufsargument, mit dem sich Kunden anlocken lassen.

Altersgerechte Verpackungen

Neben Funktionalität und steigender Umsetzung ökologischer Aspekte werden zukünftige Verpackungen vermehrt dem demographischen Wandel Rechnung tragen – ein Trend von morgen, an dem die Verpackungsindustrie nicht vorbeikommen wird. Fakt ist: Ältere Verbraucher kaufen bevorzugt Produkte, die sich leicht öffnen und wieder schließen lassen.

Und genau hier stecken nach Ansicht von Experten noch erhebliche Potenziale: Viele Verpackungshersteller achten nämlich insbesondere bei in Folien verpackten Gütern in puncto Entwicklung von Produktverpackungen noch zu selten auf die Bedürfnisse betagter Menschen. „Da die Handhabung der Verpackung für viele Ältere eine kaufentscheidende Rolle spielt, wird sich die Verpackungsindustrie orientieren müssen und viele Produkte haptisch optimieren“, prognostiziert Ulf Kelterborn, Hauptgeschäftsführer der ik Industrievereinigung Kunststoffverpackungen.

Kein einheitlicher Trend erkennbar

Wohin letztlich der Trend im Verpackungsdesign geht, lässt sich Klaus P. Hajok zufolge nicht eindeutig bewerten. Ob Reduktion oder Opulenz – beides kann richtig sein. „Da Discounter- und Handelsmarken zunehmend attraktiver werden und inzwischen teilweise Aufgaben der klassischen Marken übernehmen, werden sich klassische Herstellermarken zukünftig mit einem Feuerwerk an Innovationen differenzieren müssen“, so der Verpackungsdesigner.Funktion der Verpackung und Qualität der Produkte werden von Konsumenten inzwischen vorausgesetzt und sind deshalb nicht mehr differenzierend genug. Vor diesem Hintergrund wird es zukünftig noch mehr um Markenpersönlichkeiten gehen, die sich letztendlich auch über ihr Äußeres definieren.

 

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